Die Stadtwerke Springe stehen in langer Tradition: Am 26. Juli 1901 gründete der Rat ein Wasserwerk - die Geburtsstunde der Stadtwerke. Im Jahr 1903 kam das Gaswerk dazu. Damit war sichergestellt, dass die Gasglühlampen an den Straßen funktionsfähig blieben und erste Häuser Gasanschlüsse erhielten. Neben der Beleuchtung ließ sich die damals neuartige Energieform zum Kochen verwenden, mit sauber brennenden Flammen, ohne Rußbildung und ohne den beißenden Qualm der offenen Herde. Nach anfänglichen technischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten steigerte das Gaswerk über Jahrzehnte seine Leistungsfähigkeit.
Die Einführung des dritten Zweiges der Energieversorgung im Stadtgebiet, die Stromversorgung, vollzog sich auf der privaten Ebene. Die Hannoversche Straßenbahn (HaStra) produzierte so viel Strom, dass damit nicht nur die inzwischen von Pferdestärken auf den Betrieb mit elektrischer Energie umgestellten Straßenbahnen betrieben wurden. Die HaStra versorgte auch die Bevölkerung bis weit im Umland von Hannover mit Strom. Von der Straßenbahnendstation Pattensen wurde 1898 Eldagsen an das Stromnetz angeschlossen. Gestorf, Bennigsen und Völksen folgten. Am 2. Oktober 1908 - also vor genau 100 Jahren - beauftragte eine Interessentengesellschaft von 26 Springer Bürgern die Hannoversche Straßenbahn, die Leitung von Völksen nach Springe zu verlegen. Durch harte Verhandlungen erreichte der Rat weitgehende Zugeständnisse bei Ausbau und Betrieb des Stromnetzes durch die HaStra. Das sicherte auf der einen Seite der Betrieb des Gaswerkes wirtschaftlich. Andererseits ermöglichte das Abkommen den Bürgern von Springe den Anschluss an noch modernere Energiearten.
Im Jahre 1988 erfolgte eine Zäsur für die Stadtwerke Springe. Das Anlage- und Umlaufvermögen der Wasser- und Gasversorgung fielen in private Hände. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadtwerke war überfordert, den Wünschen in den übrigen Stadtteilen nach einer Gasversorgung nachzukommen. Nach wiederum harten und zielgerechten Verhandlungen schloss der Rat entsprechende Verträge mit einem privaten Partner, der auch weiterhin das Stromnetz in Springe betrieb. Die verbliebene Gesellschaft Stadtwerke Springe GmbH wendete sich jetzt dem sozialen Wohnungsbau zu. Die zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts einsetzende Wohnungsnot mit einhergehenden Problemen der Unterbringung von Asylbewerbern eröffnete ein Geschäftsfeld, auf dem die Stadtwerke sehr erfolgreich handelten. Die Aufgaben stellen sich in diesem Umfang nicht mehr. Durch Verlagerung entsprechender Aktivitäten auf die Kreissiedlungsgesellschaft Hannover wenden sich die Stadtwerke wieder ihren eigentlichen Aufgaben zu - der Energieversorgung.